Bürgerversammlung Lenhausen

n Etwa 600 Personen fanden am Donnerstag, 11.04.19 den Weg in die Versammlung in die Lenhauser Schützenhalle. Darunter auch eine große Zahl von Frettertaler Bürgern. Hauptthema war der Bauvorantrag der Firma Windwärts aus Hannover beim Kreis Olpe, am Oberbecken des Pumpspeicherwerks Rönkhausen 5 Windkraftanlagen zu errichten.

Darauf muss die Gemeinde jetzt innerhalb von 2 Monaten reagieren. Wird keine Stellungnahme der Gemeinde verfasst, wird das beim Kreis Olpe als Einverständnis gewertet. Für den 07.05.19 ist daher eine zusätzliche Ratsversammlung einberufen, in der darüber abgestimmt werden soll.

Weitere Infos in nachfolgenden Zeitungsartikeln:

Lokalplus

Sauerlandkurier

Westfalenpost

Oder in der Rubrik „Presse Regional“

Eine weitere Bürgerversammlung ist für Montag, den 06.05.19 in Serkenrode anberaumt.

Es gibt Bewegung …

Copyright: LokalplusNRW vom 10.04.2019

Zwei Informationsveranstaltungen geplant

Windkraftanlagen sorgen für Bewegung in Finnentrop

Von Barbara Sander-Graetz Redaktion

Rönkhausen/Serkenrode. Zwei Betreiber sorgen derzeit für Bewegung in der Diskussion um Windkraftanlagen in der Gemeinde Finnentrop. Die Windwärts Energie GmbH aus Hannover möchte fünf Anlagen in Rönkhausen am Oberbecken errichten. Die Stadtwerke Aachen AG (STAWAG) planen sieben Anlagen bei Serkenrode.

Die Verwaltung hat daher zu zwei Infoveranstaltungen eingeladen.

Bürgermeister Dietmar Heß erklärte in der Ratssitzung am Dienstag, 9. April, dass eine Informationsveranstaltung in Lenhausen am Donnerstag, 11. April, 18.30 Uhr, stattfindet.

Eine weitere ist für den 6. Mai in Serkenrode geplant. „Auch wenn an diesem Tag Kommunionkaffee ist“, so der Bürgermeister, „wollen wir zeitnah Termine ansetzen, um die Bevölkerung zu informieren.“

Zusätzliche Ratssitzung

In Schönholthausen und Ostentrop würde die Verwaltung gerne noch einen Informationsabend anbieten. „Aber da wird es terminlich ziemlich eng“, so Heß, denn für den 7. Mai, 17.30 Uhr, ist eine zusätzliche Ratssitzung angesetzt, die das Thema „Windkraftanlagen“ auf der Tagesordnung hat.

Sieben Anlagen im Frettertal

Die STAWAG plant einen Windpark im Frettertal. „Aktuell haben wir hierzu einen Vorbescheidantrag beim Bundesamt für Flugsicherung gestellt. Parallel stehen noch etliche weitere Schritte in einem möglichen Genehmigungsverfahren an, dessen Ausgang offen ist“, erklärte Pressesprecherin Eva Wußing auf Nachfrage.

Die Planungen sehen sieben Windkraftanlagen mit insgesamt 37,1 Megawatt Leistung sowie einer Höhe von jeweils 240 Metern vor.

Um die Bürger immer auf dem Laufenden zu halten, hat die STAWAG einen eigenen Link auf ihrer Homepage eingerichtet. Unter „Projekt Windpark Frettertal“ ist hier der jeweilige Sachstand abrufbar.

Zurzeit wird die Kompatibilität mit dem Funkfeuer in Plettenberg überprüft.

Keine Vertreter in den Versammlungen

An der Versammlung am 7. Mai in Serkenrode werden laut Eva Wußing keine Vertreter der STAWAG teilnehmen, um vor Ort Fragen zu beantworten. Das gilt auch für die Windwärts Energie GmbH aus Hannover und die Informationsveranstaltung am kommenden Donnerstag in Lenhausen.

Pressesprecherin Silvia Augustin erklärte auf Nachfrage, die Bürgerversammlung werde nicht von Windwärts, sondern von der Gemeinde Finnentrop veranstaltet. Daher sei die Verwaltung bei Fragen zu Organisation und zum Ablauf der Ansprechpartner. „Wir haben der Gemeindeverwaltung unsere Unterstützung angeboten.“

Fünf Anlagen am Oberbecken

Windwärts plant auf einer Fläche westlich bis südwestlich unmittelbar am Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks auf einer ehemaligen Kyrill-Fläche den Bau von fünf Anlagen mit 161 Meter Nabenhöhe, 79 Meter Rotorblattlänge und 240 Meter Gesamthöhe. „Die Abstände zu den Ortsrändern betragen 1.000 bis 1.500 Meter“, so Silvia Agustin. Man habe aus eigener Initiative von vormals acht auf fünf Anlagen reduziert, um „damit einen Beitrag für eine höhere Akzeptanz des Vorhabens zu leisten.“

Insbesondere vormals geplante Standorte in den Randlagen Richtung Rönkhausen und Lenhausen wurden ersatzlos gestrichen.

Der zeitliche Rahmen der Umsetzung hänge jetzt maßgeblich vom Umgang der Gemeinde Finnentrop mit dem Vorbescheidsantrag und dem Flächennutzungsplanverfahren ab, so Agustin. „Wir ziehen derzeit einen zeitlichen Rahmen von ein bis zwei Jahren, bis eine Baugenehmigung erteilt sein könnte, in Erwägung. Für die Realisierung des Windparks ist im Anschluss nochmal rund ein Jahr einzuplanen.“


Was ist eigentlich eine Bürgerinitiative?


Erklärung zum Begriff Bürgerinitiative

Eine Bürgerinitiative (oft auch als Interessengemeinschaft oder Aktionsgemeinschaft bezeichnet) ist eine aus der Bevölkerung heraus gebildete Gemeinschaft, die aufgrund eines konkreten Anlasses in ihrer politischen oder sozialen Umwelt Selbsthilfe organisiert und somit möglicherweise Einfluss auf die öffentliche Meinung, auf staatliche Einrichtungen, Parteien oder andere gesellschaftliche Gruppierungen nimmt.

Viele Bürgerinitiativen beschränken sich auf sachlich eingegrenzte Probleme, weswegen sie auch als so genannte Ein-Punkt-Organisationen bezeichnet werden. In diesem Punkt unterscheiden sie sich also von Parteien, die ein möglichst großes Spektrum an Meinungen einfangen und somit politische Macht erlangen wollen, und Interessenverbänden, die mit Hilfe eines organisierten Unterbaus klar abgegrenzte Interessengruppen vertreten.

Eine Bürgerinitiative ist basisdemokratisch, da sie eine Veränderung von der Basis her, also von der Bevölkerung ausgehend, initiiert. Die zum Erreichen des Ziels erforderlichen Maßnahmen werden koordiniert und organisiert, um Zeit und Aufwand zu sparen und der Meinung bzw. dem Anliegen der Bürgerinitiative mehr Nachdruck zu verleihen. Dazu werden meist Unterschriften gesammelt, Demonstrationen durchgeführt oder Petitionen verfasst.

Der Begriff Bürgerinitiative ist nicht an eine bestimmte Organisationsform gebunden. Die meisten Bürgerinitiativen sind zunächst nur lose Gruppierungen ohne feste Organisationsstrukturen. Erfordert die Durchsetzung des Zieles ein längerfristiges Engagement, bilden sich aber oft Vereine. Insbesondere wenn Bürgerinitiativen langfristige kommunalpolitische Ziele verfolgen, können aus ihnen auch Wählergemeinschaften entstehen.

Eine Studie des deutschen Instituts für Urbanistik aus dem Jahr 1976 zeigte auf, dass sich damals die meisten Bürgerinitiativen für bessere Umweltbedingungen einsetzten (17%), dicht gefolgt von Bürgerinitiativen für Spielplätze und Kindergärten (16%), Aufbegehren gegen Verkehrsplanungen (11,8%) und für ein besseres Bildungswesen (8%).


Inhaltsverzeichnis
1 Gründe für das Entstehen von Bürgerinitiativen
2 Geschichte
3 Zielführende Strategien
4 Weblinks

Gründe für das Entstehen von Bürgerinitiativen
Für das Entstehen von Bürgerinitiativen sind z. B. die Probleme des wirtschaftlichen Wachstums und die damit verbundenen Umweltbelastungen verantwortlich. Dieser Bereich wird von den Interessenverbänden kaum abgedeckt und muss deshalb durch Bürgerinitiativen eingeklagt werden.

Des Weiteren ist ihr Entstehen meist auf ein Versagen von politischen Planern in Parteien und Verwaltungen zurückzuführen. Viele Bürger kritisierten, dass diese Planer lediglich sachliche Korrektheit, nicht aber die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigten.

Einen nicht minder wichtigen Anteil an der Entstehung von Bürgerinitiativen hat sicherlich auch die außerparlamentarische Opposition(APO).

Geschichte
Als erste Bürgerinitiative nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1947 zum Schutz der Wälder die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) von rund 500 Personen gegründet. In den 1970er Jahren entwickelte sich die Bürgerinitiativbewegung auch als Alternative zur APO. Während sich die APO als eine allgemeine Bewegung gegen Entwicklung in den Parlamenten, insbesondere dem Bundestag, verstand, versuchten die Bürgerinitiativen meist, lokale Interessen parteiübergreifend geltend zu machen. Viele Bürgerinitiativen schlossen sich in den 1970er Jahren zu Landesverbänden zusammen und bildeten die politische Basis für die Gründung der Grünen bzw. Alternativen Partei.

Zielführende Strategien
Unbestreitbar ist jede Bürgerinitiative eher singulär und kaum auf andere Bewegungen übertragbar. Tatsache ist andererseits, dass aus den Erfolgen, aber auch den Misserfolgen vorher gegangener Bürgerinitiativen gelernt werden kann, was eher nützlich und was eher schädlich ist.
Wer eine Bürgerinitiative ins Leben rufen will, braucht immer einen langen Atem, große Fähigkeit, MitstreiterInnen und finanzielle UnterstützerInnen zu gewinnen und zu inspirieren, den Mut, sich mit einer unbeirrbaren Verwaltung anzulegen und die Häme der Lokalpresse zu ertragen. Auch bei offensichtlich widersinnigen Projekten der Behörden kann nicht davon ausgegangen werden, dass eine dort einmal getroffene Entscheidung, -aufgrund einleuchtender Gegenargumente der Bürgerinitiative-, wieder rückgängig gemacht wird.
Eine nur einer Parteienrichtung nahe stehende Bürgerinitiative ist in aller Regel zum Scheitern verurteilt. Es gilt, angesehene Exponenten aus allen bürgerlichen Lagern in die Bürgerinitiative einzubinden und bis zu einem gewissen Grade Kompromissbereitschaft erkennen zu lassen. Dogmatische Ablehnung der Intention der Verwaltung führt nicht zum Ziel. Es müssen statt dessen Alternativen erkennbar sein, die das ursprüngliche Begehren der Verwaltung in Abrede stellt, gleichzeitig aber positive Veränderungen des Ist-Zustandes vorschlagen. Es muss mit anderen Worten positiv und konstruktiv argumentiert werden, um der Bevölkerung zu signalisieren, dass die Absichten der Verwaltung bereits überholt sind.
Hintergrundgespräche mit einflussreichen Redakteuren von Lokalzeitungen und regelmäßige Pressemitteilungen sowie Leserbriefe unterschiedlicher Prägung an die lokalen Meinungsmacher können Parteienmeinungen unsicher werden lassen. Vor allem anstehende Wahlen können diesen Prozess noch beschleunigen.

Quelle: https://www.juraforum.de/lexikon/buergerinitiative

Zwei Bauanvoranfragen für insg. 12 Windkraftanlagen liegen in Olpe vor

Von diesen Bauvoranfragen haben wir seit einigen Wochen Kenntnis und sind daher nicht wirklich überrascht. Überraschend ist jedoch, dass das Oberbecken wieder in der Planung sein soll.

Gemäß dem Zeitungsbericht in der WP vom 01.04.19 liegen Bauvoranfragen für 5 WKA in Rönkhausen / Oberbecken und für 7 WKA im Bereich Serkenrode vor.

Hier der Bericht von Flemming Krause, WAZ

Herr Flemming Krause schreibt in seinem Artikel, dass Bürgerversammlungen für Donnerstag, 11.04.19 um 18.30 Uhr in der Schützenhalle Lenhausen sowie am Montag, 06.05.19 in der Schützenhalle Serkenrode terminiert sind.
Wobei der 06.05. für Serkenrode ausgesprochen ungünstig gewählt ist, da das der Tag nach der Erstkommunion ist.

Weiterhin wird eine zusätzliche Ratsitzung nach den Osterferien geplant.

Gemäß Artikel Flemming Krause folgendes Zitat

„Wir haben jetzt 2 Monate Zeit, um uns sorgfältig zu beraten und über unsser Einvernehmen zu entscheiden“, sagte Hess auf Nachfrage. Weiter wolle er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern, zumal zunächst noch die Politik grundlegend informiert werden solle.


Fakten aus dem Artikel von Herrn Flemming Krause:
Windwärts AG plant 5 Anlagen in Rönkhausen am Oberbecken
Gesamthöhe 240 Meter, Nabenhöhe 161 Meter, Rotorenblattlänge 79 Meter.
Zitat “ Wir haben einen Vorbescheidsantrag beim Kreis Olpe gestellt. Gegenstand des Verfahrens ist derzeit im Wesentlichen die Klärung der standortrechtlichen Zulässigkeit mit Blick auf den Flächennutzungsplan der Gemeinde Finnentrop“, erklärte Silvia Augustin, Pressesprecherin der Windwärts Energie GmbH, schriftlich auf Nachfrage dieser Redaktion. Sie ergänzte: „Wir haben die Planung von vormals acht Anlagen aus eigener Initiative auf fünf Standorte reduziert, um damit einen Beitrag für eine höhere Akzeptanz des Vorhabens zu leisten.“ Die Sprecherin teilte zudem mit, dass die zunächst anvisierten Standorte in den Randlagen Richtung Rönkhausen und Lenhausen ersatzlos gestrichen worden seien. Und Augustin versprach: „Die Abstände zu allen Ortslagen betragen 1000 bis 1500 Meter. Die Grenz- und Richtwerte für die Schallimmissionen werden eingehalten.“ „

Die Stawag aus Aachen plant 7 WKAs bei Serkenrode.
Zitat: „Die Stadtwerke Aachen AG plant zudem die Errichtung von sieben Anlagen bei Serkenrode. Wie Pressesprecherin Eva Wußing auf Nachfrage mitteilte, sollen die Windräder 240 Meter hoch sein, der Rotordurchmesser würde pro Rad 158 Meter und die Nabenhöhe 160 Meter betragen. „Wir glauben an diesen Standort, müssen jetzt aber erstmal abwarten, wie es weitergeht“, betonte Wußing.

Quelle: WAZ vom 01.04.19 Flemming Krause

Interessanter Artikel/Kommentar dazu auf finnentrop.net

Ende 2017 wurde in der Ratsitzung beschlossen, dass das Oberbecken aus der Planung herausgenommen werden soll und zuerst die 3 Suchgebiete in Serkenode, Schöndelt und Ostentrop konkretisiert werden.
Hier Links zu den entsprechenden Artikeln:

Westfalenpost vom 07.12.17

Sauerlandkurier vom 08.12.17

Lokalsplus vom 13.12.17

Brief an Rat und Bürgermeister

Serkenrode/Frettertal, 30. Januar 2019

Erneute Stellungnahme der IG Gegenwind Frettertal
an den Bürgermeister und den Rat der Gemeinde Finnentrop

Sehr geehrter Herr Heß,
sehr geehrte Ratsmitglieder,

da Sie sich in den vergangenen Ratssitzungen, an denen wir teilgenommen haben, immer wieder darauf berufen haben, dass sich die Gemeinde Finnentrop in Bezug auf die Windkraftplanung ja schließlich nur nach den Weisungen der Bundesregierung richte und bemüht sei, diesen Forderungen gerecht zu werden, haben wir uns als IG entschlossen, Sie auf die geänderte Auffassung – vor allem der CDU – hinzuweisen.

Am 18. Dezember 2018 fand in der Kreisgeschäftsstelle der CDU in Olpe ein Gespräch mit Herrn Dr. Matthias Heider zum Thema Windkraftplanung statt, an dem neben einigen anderen BIs auch zwei Vertreter unserer IG (Christiane Richter, Georg Schmidt) teilgenommen haben.

Die Hauptaussage dieses Gespräches war:
Ein „weiter so…“ soll es nach dem Willen der Bundes-CDU nicht mehr geben. Der massive Ausbau der Windkraft war ursprünglich nur für die Pilotphase und auf keinen Fall dauerhaft geplant.
Deshalb hat die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Hamburg am 07.12.2018 für eine Abschaffung der Privilegierung im Baurecht für die Errichtung von WKAs gestimmt. Anstatt dessen soll ein positives Planungserfordernis eingeführt werden, was bedeutet, dass den Kommunen mehr Planungsfreiheit eingeräumt würde und nicht zwingend ein Windvorranggebiet ausgewiesen werden müsste (und schon gar nicht immer weitere Windvorranggebiete hinzukommen müssen, s. Ostentrop). Das Argument „Man muss der Windkraft substantiellen Raum verschaffen“ wäre so vom Tisch. Die Belange der Bürger sollen auf diese Weise mehr berücksichtigt werden.
Den genauen Wortlaut des Beschlusses können Sie dem angehängten Link entnehmen (Beschluss C9).

Im Laufe des Gespräches war auch die Bundesratsinitiative NRW ein Thema, eine Initiative, die laut Herrn Dr. Heider von großen Teilen der Bundestagsfraktion der CDU ausdrücklich begrüßt wird.

Wir hoffen, dass diese Informationen Sie dazu bewegen, Ihre Positionen zum Thema Windkraft zum Schutz der Bürger im Frettertal nochmal zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen
im Namen der IG Gegenwind Frettertal
Esther Bönninghoff
Björn Kathol
Christiane Richter
Bernd Sasse
Bianca und Georg Schmidt

PS: Auch zum jetzigen Zeitpunkt, solange der Antrag der CDU noch nicht durch ist, heißt „substantieller Raum“ keineswegs, dass ein einziger Ort von Windrädern umzingelt werden darf. Es wurde in dem Gespräch ganz deutlich, dass diese massive Konzentration vom Bundestag sicherlich so nicht gewollt ist.  

Presseartikel dazu :

Lokalplus vom 01.02.2019

Filmtipp: End of Landschaft

UPDATE:

Der Film wird am Mittwoch, 06.02.2019 um 19.00 Uhr im Lichtspielhaus Lennestadt-Altenhundem aufgeführt.

Der Eintritt kostet 7 Euro.

Organisiert von Bündnis Gegenwind Südwestfalen

Quelle des nachfolgenden Textes:
https://eifelon.de/umland/aachen/end-of-landschaft-wie-deutschland-das-gesicht-verliert.html?fbclid=IwAR16fQs3-OQ29ZSoabHgKwxApJgxOR5xsZcey0VKbeNfL_usbrSXusIrrIc

End of Landschaft – Wie Deutschland das Gesicht verliert

Umland, Aachen: Seit Beginn der deutschen Energiewende hat es diverse filmische Auseinandersetzungen damit und mit dem Thema Klimaschutz gegeben. Allerdings waren die meisten Kino-Dokumentationen von Anbeginn Produkte, die von beteiligten Branchen finanziell massiv gesponsert wurden. Produktionen zu diesem Thema, die nicht „unterstützt“ wurden, hatten es bislang eher schwer. Mit „End of Landschaft“ liegt nun eine faktenschwere Dokumentation vor, die vollkommen frei und journalistisch produziert wurde.

Seitdem der Dokumentar-Kinofilm „End of Landschaft – Wie Deutschland sein Gesicht verliert“ von Jörg Rehmann Anfang Oktober im Darmstädter Citydome Premiere hatte, sind die Vorstellungen meist ausverkauft. In den Erbacher Lichtspielen war der Publikumsantrag so groß, dass der Film noch zusätzlich kopiert werden musste, um auch im dritten verfügbaren Kinosaal noch kurzfristig und zeitgleich laufen zu können.

„End of Landschaft – Wie Deutschland sein Gesicht verliert“ ist ein 105 Minuten langes Full-HD Roadmovie durch die energiegewendete Republik. Die Recherchen-Reise des Journalisten Rehmann zeigt ein verändertes Deutschland, das durch seine energietechnische Umgestaltung nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Die Energiewende ist das größte Infrastrukturprojekt seit Ende des 2.Weltkrieges in Deutschland. Die Kostenhochrechnungen dafür gehen in die Billionen – ohne dass die Bundesregierung je Konzepte einer Finanzierung vorgelegt hätte. Doch trotz der ausufernden Milliardenkosten haben zigtausende Windräder und Solaranlagen bislang lediglich drei Prozent des Primärenergiebedarfs gedeckt. Geht man von der gesicherten Leistung aus, liegt das Ergebnis sogar unter einem Prozent: Eine magere Bilanz.

Die Auseinandersetzungen um zerstörte Landschaften und Windradlärm haben die bislang friedlichen Landregionen in tiefgreifende Zerwürfnisse gestürzt. Auch durch den Naturschutz zieht sich ein schwerer Konflikt. Gründe genug für den Autor, sich dem Thema mit kritischer Distanz zu nähern.

Er selbst lebt im einem Hotspot der Energiewende, im Hunsrück: Von einer Landschaft im herkömmlichen Sinn kann man hier, wie auch an vielen anderen Orten in Deutschland, nicht mehr sprechen. Ein verhängnisvolles Gerichtsurteil sorgte im Jahr 2005 dafür, dass jegliche Planungs- und Steuerungsinstrumente für die Windenergie in der rheinland-pfälzischen Hunsrückregion außer Kraft gesetzt wurden. Das Ergebnis war ein Dammbruch, nachdem praktisch jedes Dorf ohne Rücksicht auf übergeordnete Interessen Windparks in seiner Gemarkung ermöglichen konnte.

Seitdem beobachtet Jörg Rehmann die Energiewende. Im Grunde für „grüne Themen“ immer aufgeschlossen, irritierte ihn von Beginn an die Rücksichtslosigkeit und Kompromisslosigkeit, die den Planungen anhaftete.

In Deutschland wuchsen in den letzten Jahren zehntausende Windmaschinen aus dem Boden. Angetrieben von Gier und Bereicherung weniger, hat sich einstige ländliche Idylle zur Industriezone gewandelt. Das alles, um den menschlichen Einfluss auf das Klima zu begrenzen?

Wie aber geht es den Menschen, die im Schatten dieses ehrgeizigen Großversuchs leben müssen? Im Januar 2017 erfährt Rehmann von angeblich geplanten 400 Windrädern, für die Flächen im Odenwald ausgewiesen werden sollen. Die Bürger vor Ort sind verunsichert, viele ahnen nicht, welche Veränderungen und Konflikte sich durch diese Planung ergeben können. Das führt den Autor dazu, andere Regionen zu bereisen, in denen bereits mehr Erfahrungen bestehen.

In Ostfriesland steht im Schnitt alle 790 Meter ein Windrad neben dem anderen. Hier hat eine latente Enteignungs- und Entsiedelungswelle der Bevölkerung eingesetzt. In Mecklenburg-Vorpommern wurden Milliarden für den „Aufbau Ost“ in eine neue Infrastruktur investiert. Doch mit der Entscheidung, das ganze Bundesland zum „Elektrizitätswerk der Nation“ zu machen, setzt auch dort eine Landflucht ein. Indem die Windräder nun auch den Städten näherrücken, werden Anwohner oft zum zweiten Mal mit zerstörter Landschaft, Lärm und Konflikten konfrontiert. Im rheinland-pfälzischen Moselhunsrück und im Saarland trifft der Autor auf Strukturen, die von Experten als kriminell bezeichnet werden. Dabei müsste ein gutes Ziel sich doch eigentlich guter Methoden bedienen…

Für Rehmann und die im Film befragten Fachleute ist die Notwendigkeit eines wirksamen Klimaschutzes unbestreitbar. Aber die „Handschrift der Energiewende“ ist selbst nach Meinung renommierter Verfassungsjuristen zur „Perversion“ entgleist.

Schließlich sind es im Film ganz einfache Menschen, die glaubwürdig auf den Hyper-Konsum verweisen, den es zurückzuschrauben gilt, wenn man denn ehrlichen Klimaschutz will. Ein Maßhalten mit Ressourcen würde auch manche Naturzerstörung durch Energietechnik ersparen. Jörg Rehmann hat in seinem Kino-Dokumentarfilm „End of Landschaft“ den Menschen vor Ort zugehört, hat Experten und Wissenschaftler befragt und investigative Recherchen betrieben.

Gestalterisch wechseln sich im Film dokumentarische mit kurzen erzählenden, epischen Passagen ab. Nach ruhigen Bilderfolgen nimmt der Film immer wieder Fahrt auf. Die Reise des Autors führt zu einer immer stärkeren thematischen Verdichtung. Gegen Filmschluss bietet eine Zusammenfassung und Auswertung die Möglichkeit, die „Handschrift der Energiewende“ einzuschätzen, da letztlich weder dem dringend nötigen Klimaschutz noch rechtlichen und demokratischen Anforderungen Genüge getan wird.

Das Ergebnis ist ein sensibler Film, jenseits fernsehüblicher Berichterstattung, der dennoch fordert, aufdeckt und aufrüttelt. Ein kritisch-informatives Roadmovie durch Energiewendeland.

Trailer:

https://joerg-rehmann.de/blog/2018/09/19/end-of-landschaft/

Weitere Infos:
„End of Landschaft – Wie Deutschland sein Gesicht verliert“, läuft am Sonntag, dem 2. Dezember, um 17.30 Uhr, im Edenpalast, Aachen, Franzstraße 45 – 47, Ticketpreis: 6,50 bis 7,50 Euro.

Wenn Sie den Film Ihrem Kino empfehlen wollen.
Informationsmaterial und Verleihanfragen: soonmedia@film-rlp.de

ElectricityMap

Visualisierung der klimarelevanten Emissionen der Stromerzeugung

Live und in Farbe – Der aktuelle CO2-Wert der Stromproduktion, der Anteil fossiler Brennstoffe, die installierte Kraftwerksleistung, der aktuelle Nutzungsanteil dieser installierten Leistung, der prozentuale Beitrag zur gesamten Stromproduktion eines Landes, Im- und Exporte, uvm.

https://www.electricitymap.org/?page=country&solar=false&remote=true&wind=false&countryCode=DE

https://www.electricitymap.org/?page=country&solar=false&remote=true&wind=true&countryCode=DE